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Dienstag, den 10. Mai 2011 um 13:14 Uhr

Bilder und Berichte von Katastrophen und Unglücksfällen, ob weit entfernt in Fukushima oder Haiti, ob ganz in unserer Nähe, im Nachbarhaus, in der Familie, lassen uns oft mit der Frage zurück: was kann ich tun, wie kann ich hier helfen?
Auch der Film „Hunger“ von Marcus Vetter und Karin Steinberger weckt Betroffenheit, macht das eigene „Betroffen-Sein“ am Hunger in dieser Einen Welt deutlich. Er führt zu Menschen in Mauretanien, Kenia, Indien, Brasilien und Haiti, zeigt ihre Lebens- und Leidensgeschichte, erdrückende Zahlen und Fakten.
Aber er macht auch ein Stück weit Mut und Hoffnung, wenn er aktives Bekämpfen der Ursachen für Hunger dokumentiert, zum Beispiel durch einen brasilianischen Kleinbauern, dessen Feld von pestizidbespritzten, für den Export nach China oder Europa bestimmten Sojaplantagen eingekreist wird und der trotzdem (noch) nicht aufgibt. Oder eine Initiative auf Haiti, bei der Aktivisten Aufklärungsarbeit gegen ungesunde und subventionierte Billig-Lebensmittelimporte aus den USA und für den Kauf heimischer Produkte leisten. Oder den Aufbau von Genbanken uralter einheimischer Reissorten in Indien, mit deren Hilfe die Bauern früher – vor Monsantos Eindringen in Agrarländer des Südens – Überschwemmungen und Dürrekatastrophen überleben konnten.
In der Weltladenarbeit Aktive haben für sich eine Möglichkeit gefunden zu helfen: durch den Verkauf von fair gehandelten Produkten aus den Ländern des Südens tragen sie in dem ihnen möglichen Rahmen zu einem gerechteren Welthandel und einer gerechteren Verteilung von Lebensnotwendigem bei. Aber genügt das? Was können wir darüber hinaus tun?
Mögliche Antworten auf diese Fragen gab der Tübinger Marcus Vetter im Anschluss an die Vorführung seines Dokumentarfilms „Hunger“: Einmal im Leben sich für ein Projekt einsetzen, mit der ganzen Energie, Zeit und Vermögen, die man erübrigen kann, auch wenn dazu der eigene Lebensstandard heruntergeschraubt werden muss. Bescheidener werden. Mit Mut und Entschlossenheit gegen korrupte Machthaber und gegen Gewinnmaximierung im eigenen Betrieb auf Kosten kleiner Leute und kleiner Firmen aufstehen. „Es liegt an unserer eigenen Moral, wie weit wir alles mitmachen“, so Marcus Vetter.

Der Film kann gegen eine geringe Gebühr beim EPiZ ausgeliehen werden. Wir danken der VHS und dem EPiZ für ihre großzügige Unterstützung der Veranstaltung.
Die ehemals Freie Reichsstadt wird Faire Handelsstadt!
Verleihung des Titels "Fairtrade Town" am Donnerstag, 3. Mai 2012, 18 Uhr im Rathaus-Foyer.
Anschließend hielt Benjamin Pütter von MISEREOR im Matthäus-Alberhaus den Vortrag "Kinderarbeit in Indien - es gibt Alternativen" (20 Uhr).